Was hat der Mobilfunk mit dem Bienensterben zu tun?

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Ein Kommentar

Bisher wurde meiner Meinung nach dem Thema viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Im folgenden Artikel beziehe ich mich u.a. auf einen Forschungsbericht aus dem Jahre 2009 von Dr. rer. nat. Ulrich Warnke unter dem Titel „Die Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf Tiere“. Lassen Sie mich an Hand der Bienen die erste Problemstellung aufzeigen.

Schon 1973 hat Dr. Warnke in seiner Doktorarbeit den Zusammenhang von elektromagnetischer Beeinflussung und einer Verhaltensänderung bei Bienen nachgewiesen.

Wie weit die technisch verbreiteten magnetischen und elektromagnetischen Felder zum Verschwinden von Tierarten beitragen, ist in vielem noch nicht zweifelsfrei erforscht. Dem Biowissenschaftler fällt jedoch auf, dass zunehmend gerade Tierarten verschwinden, die sich besonders deutlich am natürlichen Magnetfeld orientieren und dadurch für Störungen durch technische Felder sehr anfällig sind. Ein besonders wichtiges Beispiel bilden die Bienen (Zuchtbienen und Wildbienen). Seit einigen Jahren wird aus mehreren Ländern das Verschwinden ganzer Bienenvölker berichtet; man spricht vom „Colony Collapse Disorder“ (CCD). Noch folgenreicher als die Gefährdung der Honigproduktion ist daran die Tatsache, dass Bienen ca. 85 % aller Blüten bestäuben und dadurch für die Ernährung der Weltbevölkerung unentbehrlich sind. Schon in den 70er Jahren konnte festgestellt werden, dass Bienen unter dem Einfluss niederfrequenter Felder (10 bis 20 KHz) Stressreaktionen und ein stark reduziertes Rückfindevermögen zeigen. 2005 wurde in einer Pilotstudie zur Wirkung elektromagnetischer Strahlung auf Bienen neben diesem Rückfindeverhalten auch die Gewichts- und Flächenentwicklung der Waben untersucht. Das Ergebnis war, dass Heimfindevermögen und Wabenbau empfindlich gestört werden, wenn vom Menschen erzeugte elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder das Magnetfeld der Erde überlagern.

Neben der physiologischen Ausstattung der Bienen und den technischen Irreführungen ihrer Magnetorezeptoren erläutert Warnke als weitere verhängnisvolle Folge die Störungen des Redox-Systems, das bei Tieren wie beim Menschen die Immunabwehr stabilisiert. Auch die immer wieder diskutierten rasant zunehmenden Schädigungen durch die Varroamilbe und andere Parasiten erscheinen im Licht dieser Erkenntnisse nur als logische Folge einer Vorschädigung des Immunsystems durch künstliche elektromagnetische Felder.

Es wäre dringend geboten hier weiter zu forschen und aus den Ergebnissen konkrete Maßnahmen abzuleiten um einem weiteren Bienensterben durch Mobilfunk Einhalt zu gebieten. Aber bisher wurden alle Wünsche aus der Wissenschaft zur Untersuchung der Mobilfunkstrahlung auf Insekten vom Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm abgebügelt, weil anscheinend die Politik nicht das Rückgrat hat sich mit der Mobilfunklobby anzulegen. Es geht hierbei aber um eine elementare Frage des Überlebens von Mensch und Tier. Eine Umstellung auf eine strahlungsarme Technik im Mobilfunk ist technisch schon heute ohne die geringsten Probleme machbar. Bisher fehlt es aber am politischen Willen die Mobilfunkindustrie dazu zu bewegen.

Wir von der ÖDP setzen uns entschieden dafür ein, endlich die geeigneten politischen Beschlüsse herbeizuführen. Zusammen mit unserem ÖDP-Europaabgeordneten Prof. Dr. Klaus Buchner fordert die Kreisgruppe Hildesheim ein sofortiges Moratorium zum 5G-Ausbau. Solange es keine verlässlichen Untersuchungen über die gesundheitliche Wirkung auf Mensch und Tier gibt, müssen alle Ausbaumaßnahmen umgehend gestoppt werden.